Seilbahnunglücke

 Abbildung 1  Unglück Seilbahn Zillertal

 

Auch Seilbahnen sind – wie jedes Verkehrsmittel – nicht frei von Fehlleistungen, Ausfällen und vor allem Unfällen. Zwar behauptet die Seilbahnindustrie, Unfälle seien äußerst selten. Doch ist die Seilbahnindustrie nicht neutral.

 

Dr. Baum hat in der Machbarkeitsstudie nur Unglücke aufgeführt, die vor dem Jahr 1999 zu beklagen waren. Schließlich schreibt er:

  „Alle denkbaren Regressionskurven über die Unfälle zeigen eine fallende Tendenz. Die Wahrscheinlichkeit für Unfälle mit tödlichem Ausgang sinkt und ist sehr gering, ist jedoch größer als 0“.

Diese Mitteilung des maßgeblichen Gutachters der Studie suggeriert, als seien Unglücke eine Seltenheit, so als wären seitdem keine Unglücke mehr vorgekommen.

 

Als Gegner der Bonner Seilbahnpläne haben wir diese Behauptung auf ihre Richtigkeit hin überprüft und haben eine ausführliche Internet-Recherche vorgenommen, die von jedem Bürger – auch den Befürwortern – nachgeprüft werden kann.

 

Siehe daher hier die Liste der bekanntesten Unfälle mit den entsprechenden Nachweisen aus den jeweiligen Presseorganen, die wir Wikipedia entnommen haben:

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Seilbahnungl%C3%BCcken

 

Danach wurden seit 1999 folgende Vorkommnisse bekannt gegeben:

 

6. Juli 2000

 

Oberstdorf – Deutschland, bei der Einfahrt prallte eine vollbesetzte Kabine der Nebelhornbahn mit 2 m/s statt normalerweise mit 0,3 m/s in die Mittelstation: 23 Verletzte

 

11. November 2000

 

Kaprun, Kitzsteinhorn – Salzburg – Österreich, bei einem Brand in der Gletscherbahn Kaprun starben 155 Menschen.

 

19. Januar 2003

 

Pavagadh Ropeway, 45 km entfernt von Vadodara, Bezirk Panchmahal, Bundesstaat Gujarat, Indien: Drei Gondeln der Pilgerseilbahn zum Mahakali-Tempel verunglückten, als das Seil von der Seilscheibe sprang; sechs Personen wurden getötet, einige verletzt.[14][15]

 

19. Oktober 2003

 

Darjeeling, Indien: Beim Absturz von drei Gondeln der Darjeeling Ropeway wurden vier Personen tödlich und elf weitere schwer verletzt.[16]

 

2. April 2004

 

Jerewan, Armenien: Das Laufwerk einer Bahnkabine entgleiste und stürzte 15 Meter in die Tiefe, wodurch das Zugseil brach und eine zweite Kabine mit der Talstation kollidierte. Dabei wurden mehrere Menschen verletzt und fünf kamen ums Leben.

 

9. Oktober 2004

 

Gmunden – Österreich, Absturz einer Gondel der Grünbergseilbahn: mehrere Verletzte.[17]

 

12. November 2004

 

Tignes – Savoyen – Frankreich, das Laufwerk der Pendelbahn zur Grande Motte entgleiste wegen starkem Seitenwind. 90 Passagiere wurden unverletzt geborgen.[18]

 

14. November 2004

 

Sölden (Ötztal) – Tirol – Österreich, das Steuerseil der Schwarze-Schneid-Bahn 2 geriet durch winderzeugte Eigenschwingungen ins Tragseil, verfing sich dort und stoppte die Bahn. Beim Anfahren des Notantriebs ohne vorherige Sichtkontrolle riss das Steuerseil und brachte eine leere Gondel zum Absturz.[19][20] Bei minus 15 Grad Celsius dauerte die Bergung der 115 Passagiere acht Stunden.

 

29. Dezember 2004

 

Mürren – Berner Oberland – Schweiz, bei einem der beiden Tragseile der Schilthornbahn sind alle Seile des Seilmantels gerissen, der Seilkern blieb intakt. Die Bahn konnte vor dem Passieren der Schadenstelle angehalten werden. Alle 53 Passagiere wurden unverletzt geborgen. Als Ursache wurde eine unsachgemäße Tragseilverschiebung im Jahr 1979 festgestellt, deren Beschädigungen mit den bis dato üblichen Prüfverfahren nicht entdeckt wurden.[21]

 

26. Februar 2005

 

Axamer Lizum – Tirol – Österreich, durch eine blockierte Seilrolle stürzte ein Vierer-Sessel der Schönbodenbahn zu Boden.[22][23]

 

5. September 2005

 

Sölden (Ötztal) – Tirol – Österreich, ein Hubschrauber verlor einen Betonkübel, der die Schwarze-Schneid-Bahn 1 am Seil trifft. Durch die Schwingungen stürzte eine Gondel ab, bei zwei weiteren werden die Scheiben aus der Verankerung gerissen. Durch dieses Unglück wurden neun Personen getötet und sechs weitere Personen zum Teil schwer verletzt.[24][25]

 

17. November 2005

 

Stubaier Gletscher – Tirol – Österreich, ein Sessel der Rotadlbahn löste sich und rutschte auf einen anderen. Ein Schwerverletzter und drei Leichtverletzte.[26]

 

13. Juli 2006

 

Fort William (Highland), Schottland: Eine Gondel der Seilbahn auf den Aonach Mòr stürzte ab, als eine andere Gondel auf dem Seil zurückrutschte. Fünf Personen wurden schwer verletzt.[27]

 

14. Mai 2006

 

Absturz einer Kabine der Bocksbergseilbahn. Kein Personenschaden. Betriebseinstellung bis 15. Dezember 2006.

 

24. Mai 2007

 

Zillertal, Mayrhofen – Tirol – Österreich, eine Bergegondel der Penkenbahn stürzte im Gemeindegebiet Finkenberg ab, ein Arbeiter starb und zwei Arbeiter wurden schwer verletzt.[28]

 

11. Juni 2007

 

Ngong Ping 360, Hongkong Bei einer Testfahrt (Bremsprobe) nach Betriebsschluss stürzte eine unbesetzte Gondel in der Nähe des Tung Chung Bus Terminal über 50 m in die Tiefe. Es gab keine Personenschäden. Der Betrieb der Bahn musste für sechs Monate eingestellt werden.[29][30]

 

16. Dezember 2008

 

Blackcomb/Whistler MountainBritish ColumbiaKanada, Zusammenbruch einer Stütze, Absturz von Gondeln, 12 Verletzte.[31]

 

3. Januar 2008

 

Grindelwald, Kleine Scheidegg – Berner Oberland – Schweiz, das Seil der Sesselbahn „Fallboden“ entgleist bei einem Föhnsturm. Eine Person starb, drei weitere wurden verletzt.[32][12]

 

22. März 2008

 

Sestriere, Pragelato – Piemont – Italien, Seilbahnkabine raste ungebremst in die Station. 17 Verletzte.[33]

 

Ab 2010

 

24. März 2010

 

Eine Gondel der Luftseilbahn Brülisau-Hohen Kasten rast während einer Revisionsfahrt ungebremst in die Talstation. Die Kabine war leer. Dabei wird der stellvertretende Betriebsleiter in der Talstation schwer verletzt und musste mit einem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus ausgeflogen werden. Die Kabine und die Talstation werden schwer beschädigt. Grund war ein Bedienfehler der Anlage.

 

27. Dezember 2010

 

Im US-Bundesstaat Maine wurden mehrere Wintersportler aus einem Sessellift geschleudert, als das Seil aus den Rollen sprang. Sechs Personen wurden verletzt.[34]

 

12. August 2011

 

Bei Schwangau, Bayern: Nach einer Betriebsunterbrechung wegen des Einfluges eines Gleitschirmes in die Seile der Tegelbergbahn mussten 30 Passagiere aus einer der Gondeln aus ca. 50 Metern Höhe abgeseilt werden; 19 Personen in der anderen Gondel konnten erst am darauffolgenden Tag per Hubschrauber gerettet werden.

 

7. Dezember 2014

 

Auf dem Stubaier Gletscher in Tirol löste sich bei Betriebsbeginn eine unbesetzte Gondel der EUB Gamsgarten II aufgrund einer Fehlkupplung wegen einer fehlerhaft eingestellten Kuppelschließschiene vom Förderseil und stürzte unterhalb der Bergstation ab; drei weitere Gondeln wurden beschädigt. Personen kamen nicht zu Schaden. Nach einer Verlautbarung des BMVIT wurden Anweisungen der Betriebsvorschrift bezüglich des Verhaltens bei Ansprechen der Fehlkupplungswarnung nicht eingehalten.[35]

 

4. Januar 2015

 

Aus der bergwärts fahrenden Kabine der Schlossalmbahn II bei Bad Hofgastein in Österreich mussten nach einem Zugseilüberschlag aufgrund einer Windböe 80 Personen 30 m weit abgeseilt werden, nachdem es nicht gelungen ist, die Bahn anderweitig wieder in Gang zu setzen. Es wurde niemand verletzt.[36]

 

8. September 2016

 

Auf der Kleinkabinenbahn Vallée Blanche in Frankreich verursachte eine starke Windböe einen Seilüberschlag des Zugseils über das Tragseil. 110 Menschen mussten, teils mit Hubschraubern, teils durch Abseilen, gerettet werden. 33 davon konnten erst am nächsten Morgen gerettet werden. Es gab keine Verletzten.

 

3. Januar 2018

 

Infolge einer unerwartet starken Windböe verkeilte sich eine Gondel der Kitzbüheler Hornbahn in Österreich bei der Einfahrt in die Mittelstation. Die 24 noch in den Gondeln eingeschlossenen Menschen konnten von den Rettungsorganisationen in etwa zwei Stunden gerettet werden, Verletzte waren keine zu beklagen, jedoch entstand ein beträchtlicher Sachschaden.[37]

 

16. März 2018

 

Im Ferienort Gudauri in Georgien gerät ein von der Vorarlberger Firma Doppelmayr gebauter Sessellift aus bisher ungeklärter Ursache plötzlich außer Kontrolle und fuhr mit ungewöhnlich hoher Geschwindigkeit rückwärts. Die Wintersportler versuchten, sich durch Sprünge vom Lift zu retten, während sich die Sessel nacheinander in der Station verkeilten, etwa ein Dutzend Personen wurden dabei verletzt.[38]

 

12. September 2018

 

Im Zuge einer Notfallübung an der Zugspitze, reißt eine Kette an der Hebeanlage und der Bergungskorb rast ungebremst in die unbesetzte Kabine.[39]

 

30. Oktober 2018

 

Eine der beiden Kabinen der Staubernbahn sprang aus dem Tragseil und stürzte 12 Meter zu Boden. Die Kabine war nicht besetzt, daher kamen keine Personen zu Schaden. Acht Fahrgäste aus der Gegenkabine mussten evakuiert werden[40]

 

09. Dezember 2018

 

Bei einem schweren Sturm verhakt sich eine Gondel des Wimbachexpresses im Skigebiet Hochfügen-Hochzillertal an Stütze 6. Bevor die Seilbahn zum Stillstand kommt, prallen vier weitere Kabinen gegen die erste und verkeilen sich. Der Fahrgastbetrieb an der Bahn wurde zuvor eingestellt, sodass niemand verletzt wurde.[41]