Nutzen-Kosten-Analyse soll vorliegen! Wo ist sie?

In dem digitalen Pressegespräch zur Standardisierten Bewertung der Seilbahn am 8. 11. 2021 stellte Frau Küppers (Spiekermann GmbH) die Nutzen-Kosten-Analyse in einer Präsentation vor.

Es wurden schöne Bilder und Verfahren präsentiert und schließlich

  • ein fantastisch hoher Nutzen-Kosten-Indikator von 1,6
  • Betriebskosten von 3,37 Mio. € pro Jahr bei Nutzeneffekten von 6,9 Mio € pro Jahr
  • Baukosten von 86 Millionen €
  • Folgekosten von 0,8 Mio. € (kurzfristig), 1,1 Mio. € (mittelfristig) und 2,1 Mio. € (langfristig)

vorgetragen.

 

Aber die große Enttäuschung:  Es handelte sich um eine Präsentation, nicht um die eigentliche Nutzen-Kosten-Analyse. Die gab es nicht zu sehen und auch nicht zu bekommen.

In der Präsentation kein Wort zu den Eingabeparametern, kein Wort zu Verkehrsaufkommen, kein Wort zu Ausfällen durch Starkwind, Gewitter, Wartung, kein Wort zu ökologischen Aspekten und deren Auswirkung auf den N-K-Indikator. 

Nichts ist nachprüfbar, nichts ist konkret. Niemand hat die Standardisierte Bewertung bisher gesehen, auch nicht die Ratsmitglieder, die am 9. 12. 2021 eine Entscheidung fällen sollen.

Wir haben bereits vor 2 Jahren nach dem Informationsfreiheitsgesetz Einsicht in die N-K-Analyse gefordert. Die Verwaltung hat versucht, sie uns mit abwegigen Argumenten vorzuenthalten. Nun wurde ein Anwalt eingeschaltet, um sie notfalls einzuklagen. Fakt ist, es ist ein großes Geheimnis um dieses Papier und der Rat wird wohl blind entscheiden müssen. Demokratische Gepflogenheiten bleiben auf der Strecke, man will das Projekt nur ganz schnell durchwinken. Diskussion ist offenbar unerwünscht.

 

Durchpeitschen des Projekts in Rekordtempo

 

 

23.11.2021

Sitzung des Ausschusses für Mobilität und Verkehr

Empfehlung
26.11.2021

Beirat Bürgerbeteiligung

 

26.11.2021

Sitzung des Beirates Bürgerbeteiligung

Empfehlung
01.12.2021

Ausschuss für Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger

Empfehlung

07.12.2021

Bezirksvertretung Bonn

Empfehlung

08.12.2021

Bezirksvertretung Beuel

Empfehlung

09.12.2021

Rat

Entscheidung

 

 

Wir haben es schon vor Jahren prophezeit: ist die N-K-Analyse da, wird das Projekt im Eiltempo durch die Ausschüsse bis zum Ratsentscheid durchgepeitscht. Dass die OB Katja Dörner das sogar ohne Vorlage der Nutzen-Kosten-Analyse durchzieht, hat uns allerdings überrascht.

In Wuppertal war ähnliche Eile zu verzeichnen. Daraufhin hat aber der Bürger das Projekt Seilbahn abgeschmettert. 

Ausschuss für Mobilität und Verkehr   -   Sitzung am 23. 11 .2021

Wir haben uns am 21. 11. 2021 als Zuschauer beim Ratsbüro angemeldet. Von da kam keine Reaktion. Also haben wir mit einem bekanntgegebenen Link die Veranstaltung online beobachtet.

Nach 20 Minuten, in denen andere Tagesordnungspunkte abgehandelt wurden, fiel zum ersten Mal das Wort "Seilbahn". Da wurde unser Bildschirm schwarz, wir wurden einfach rausgekickt. Das versteht man in Bonn unter "Bürgerbeteiligung".

Gleichwohl - andere haben die Veranstaltung gesehen und mitgeschrieben.

  • Angeblich werden die Stützen auf dem Betriebsgelände von Haribo nicht mehr benötigt.
  • Angeblich wird auf dem Schulhof der Erich-Kästner-Schule keine Stütze gebaut, sie wird versetzt in die Kleingartenanlage dahinter.
  • Angeblich wird im Wald keine einzige Stütze nötig sein, das Abholzen der Trasse sei dann nicht notwendig.

 

Dann hat aber in der gleichen Sitzung Dipl.-Ing. Florian Schweiger gesagt, dass er nur in Korridoren plane und die Stützen könnten erst nach Auftragserteilung endgültig festgelegt werden.
Was soll dann eine Aussage über die Stützen, wenn alles nur Gewäsch ist, das nachher dann doch wieder beim Bau geändert wird ("Sachzwänge"). Nach Auftragserteilung, wohlgemerkt.

Und es gibt offiziell noch keine Aussage zu einer neuen Trasse.

 

Immerhin wurde die Trasse schon vor langer Zeit in einer Hinterzimmerabsprache zwischen Baudezernent Wiesner und Prof. Holzgreve heimlich geändert, wir haben letztes Jahr Pläne des UKB gefunden, wo die Station UKB West bereits eingezeichnet war und große Teile der dort vorgestellten Bebauung bereits realisiert war. Also keine Fantasiepläne, sondern größtenteils bereits ausgeführt und gebaut. Wiesner hat dann auf eine Anfrage des BBB im Rat gelogen, er hat behauptet, es gäbe keine Trassenänderung.

 

Es ist ein undurchsichtiges Hin und Her mit diesen Trassen und der Rat soll am 9. 12. 21 abstimmen, obwohl niemand die Details der Trasse kennt. Wir sind sogar überzeugt davon, dass die Ratsmitglieder noch nicht einmal merken, dass die Trasse gar nicht mehr die in der Machbarkeitsstudie vorgestellte Nordtrasse ist. Es hat ja keiner was dazu gesagt, auf einmal war sie ganz unauffällig in der Karte geändert worden.

 

 

Diese vier wesentlichen Bereiche sind negativ vom Bau einer urbanen Seilbahn betroffen:

Verkehr

Wir zeigen, warum die Seilbahn keine Lösung für die Bonner Verkehrsprobleme darstellt! Bonn braucht ein umfassendes Verkehrskonzept, kein Leuchtturmprojekt ohne nachweisbaren Nutzen.

 

 

Kinder

Kinder sind unsere Zukunft, sie brauchen Freiraum zur Entfaltung. Der Bau der Seilbahn vernichtet einen Spielplatz und eine Schule, beeinträchtigt Kindergärten, Spielplätze und Grünflächen.

 

 

 

 

Kosten

Die Stadt Bonn ist bereits hoch verschuldet! Die Urbane Seilbahn wird zu einem weiteren Millionengrab. Die tatsächlichen Betriebskosten werden verschwiegen. Die geplanten Einsparungen bleiben Fiktion! Unerwähnt bleiben auch die immensen Folgekosten für die Debakel bei WCCB und Beethoven-Halle.

 

 

Umwelt

Die Urbane Seilbahn verursacht permanente Lärmbelastung und Lichtverschmutzung, die Vernichtung naturnahen Lebensraums im Bonner Stadtgebiet und sie erzeugt ungeheure Emissionen. Die tatsächlichen Dimensionen dieses Bauwerks werden von der Verantwortlichen kleingeredet.


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